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Die Post in Borgholz

Die Überbringung von Nachrichten am Ende des Mittelalters erfolgte in erster Linie durch die Kirche, die Fürstentümer und dem Handel. So mussten die Briefe z. B. nach Warburg (verfügte bereits 1481 eigene Boten) oder zu Klöstern (bekannte Dienste sind Kloster Willebadessen oder Kloster Hardehausen) gebracht werden. Dort konnten sie von bestehenden regelmäßigen Botendiensten übernommen werden.

Um 1490 ließ der römisch deutsche Kaiser das Postwesen im Heiligen Römischen Reich gründen. Zu Beginn wurden nur Nachrichten zu Fuß und zu Pferde transportiert.

Im 16. Jahrhundert hatte der Kaiser die Familie von Taxis mit der Postbeförderung im Reich beauftragt. Zum Beispiel war Paderborn bereits 1660 an den Postlinien Frankfurt-Köln, sowie nach Hamburg und Hildesheim von Thurn- und Taxis angeschlossen. Daneben gab es aber auch Boten der einzelnen Reichsfürsten oder der Städte.

Die Entwicklung der Post war gerade im 16ten und 17ten Jahrhundert sehr wichtig für die gesellschaftliche Entwicklung. Ähnlich wie das Internet heute.
Auch in Ostwestfalen verbesserte sich die Kommunikation über weitere Strecken in dieser Zeit.
Bis 1802 gab es kein organisiertes Postwesen im Bereich Warburg/Höxter. Erst mit der Eroberung durch die Preußen begann die Einführung eines geregelten Postdienstes.

In Borgholz wurde 1804 eine Postwärterei eingerichtet. Der Postdienst erfolgte durch einen Boten, der zweimal in der Woche die Strecke von Beverungen über Borgholz nach Warburg zu Fuß zurücklegte.
Im Laufe der 1820’ger wandelte man die Postanwärterei in eine Postexpedition um.

Ab 1845 erfolgte die Unterstellung zum Postamt Höxter. Die bisherigen Leistungen der Post, bestehend aus zweimal wöchentlichen Postbotengängen nach Beverungen, Borgentreich, Warburg, Peckelsheim und Paderborn wurden um eine „Fahrende Post“ zwischen Beverungen und Warburg erweitert.  Jedoch wurde Borgholz wegen der starken Steigung nicht direkt angefahren, sondern es fand eine Übergabe an der Chaussee statt. Somit konnte man mit z. B. dem Postwagen nach Warburg zum Bahnhof fahren.

In dieser Zeit war die Versendung von Post nicht besonders sicher.
Häufiger gerieten auch die Postmitarbeiter aus Borgholz in den Verdacht der Veruntreuung von Postsendungen. Z. B. wurde 1858 der Borgholzer Postexpediteur wegen Unregelmäßigkeiten entlassen.

Mit der Beendigung des „Deutschen Krieges“ 1866 und der damit verbundenen Gründung des „Norddeutschen Bundes“ wurde im Rahmen diverser verwaltungstechnischer Änderungen die Post zu einer Behörde. Damit wurde aus dem bisherigen Postexpediteur ein Postverwalter und Bundesbeamter.

Ab 1879 war es möglich von Borgholz aus zu telegrafieren. Zu Beginn mit dem Morsegerät und später mit einem Fernsprechgerät (um 1900).

Auch Privatpersonen, wie Ackergutsbesitzer Temme aus Borgholz um 1880, richteten Transportlinien ein,
auf den regelmäßig Personen und Post mit Pferdefuhrwerken transportiert wurden.

Die Situation für die Post besserte sich ab Mitte 1883, da die Bahn regelmäßig in Borgholz hielt und
Postsendungen sowie Personen beförderte. Dabei wurde die Post auch bei fahrenden Zügen (Schritttempo war vorgeschrieben) durch gezielte Würfe „übergeben“.

Da sich Instandhaltungsarbeiten am maroden Postdienstgebäude nicht mehr lohnten, wird im Jahr 1910 Borgholz, an gleicher Stelle vom einem Maurermeister aus Scherfede, ein neues Postgebäude aufgebaut. Dies Gebäude wird dann von der Kaiserlichen Oberpostdirektions Minden angemietet und als Kaiserliches Postamt genutzt. In dem Postamt arbeiteten zu der Zeit 9 Postmitarbeiter.

Das Fernsprechwesen wird 1940 von Handvermittlung auf Wählbetrieb umgestellt. Der Wählbetrieb konnte nur bis zum Brand des Wählamtes 1944 aufrechterhalten werden. Ab 1950 nahm ein neues Wahlamt den Wählbetrieb wieder auf.

Mitte der 1950’ger zog die Post aufgrund zunehmenden Platzbedarfs in die Lange Straße 33 um. Der Umzug wurde notwendig, weil Borgholz in der Nachkriegszeit auf über 1700 Einwohner angewachsen war.

Das Ende des Postamtes in Borgholz zeichnet sich 1975 mit Versetzung des letzten Betriebsleiters, im Rahmen einer kommunalen Neugliederung, ab. In der Zeit von 1975 bis 1978 ersetzt ein Annahmepostamt das Postamt, das dann wiederum in eine Annahmepoststelle umgewandelt wird. Dies führt dann 1980 zum erneuten Umzug der Post. Neuer Standort wurde die Langestr. 20.

Ab 1995 wurde die Poststelle von Borgholz in das Lebensmittelgeschäft Wulf verlagert.

 

Informationsquellen
– Borgholz 1291 – 1991: von Horst-D. Krus
– Von Postämtern, Postkutschen, Landboten und anderen Begebenheiten: von Walter Strümper
– Wikipedia: Postgeschichte des Königreichs Westphalen
– Sammlung: Briefe, Postkarten: von Norbert Vieth
– Erzählungen von Borgholzer*innen

 

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